Konstanze

Was die BWA eines Dachdeckers zeigt. Und was noch nicht.

Kostenlos und ohne Konto. Konstanze liest die BWA Ihres Steuerbüros wie ein Betriebsberater, der Dachdecker kennt.

Kostenlos, ohne Konto. Das Ergebnis steht nach etwa einer Minute.

Ein Haus aus Papier in Seitenansicht mit einem Satteldach, dessen untere Hälfte Ziegelreihen trägt und dessen obere Hälfte noch ungedeckt ist, daneben ein Gerüst aus Strichen, die leere Hälfte ist rot eingekringelt mit der Notiz „Das Geld liegt auf dem Dach“. Das Geld liegt auf dem Dach

kostenlos, kein Konto nötig

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Das dauert etwa eine Minute.

Was Konstanze in der BWA eines Dachdeckerbetriebs liest

Den Umsatz gegen den Vorjahresmonat, nicht gegen den Vormonat. Ein Dachdeckerjahr hat eine Form: dünn im Winter, voll von Mai bis Oktober. Minus 30 Prozent gegenüber Dezember sagt nichts, minus 30 gegenüber dem Januar des Vorjahres schon.

Material und Fremdleistungen, getrennt. Ziegel, Lattung und Dämmung sind Material. Gerüst, Kran und Container sind Fremdleistungen und stehen in einer eigenen Zeile. Konstanze liest beide gegen das Vorjahr und sagt, welche aus der Reihe läuft.

Die Zeile „Bestandsveränderung“. Wo Dächer über Monate wachsen, steckt in jedem Stichtag ein halbes Dach: Material geliefert, Gerüst gestellt, Rechnung noch nicht geschrieben. Steht die Zeile auf null, sagt Konstanze, wie schief das Bild dadurch wird.

Den Lohn des Inhabers. Beim Einzelunternehmen und bei der GbR steht er in keiner Zeile. Konstanze sagt das, bevor sie das Ergebnis einordnet.

Dazu die Kennzahlen gegen das Vorjahr, sechs Sätze zur Lage und die Fragen für das nächste Gespräch mit dem Steuerbüro. Nach etwa einer Minute.

Vier Monate, ein Verlust, ein halbes Dach

April-BWA, Dachdeckerei, Einzelunternehmen: die Meisterin, vier Gesellen, ein Azubi. Umsatz Januar bis April 168.000 Euro, vorläufiges Ergebnis minus 11.000. Im Vorjahr stand nach vier Monaten ein Plus.

Erster Gedanke: Die Bücher sind voll bis September. Wo ist der Verlust her?

Aus dem Mehrfamilienhaus an der Hauptstraße. Steildach, Auftragssumme 96.000 Euro, Gerüst seit Mitte März, Ziegel und Dämmung seit April auf der Baustelle. Die Hälfte ist gedeckt. Abgerechnet ist nichts.

Der Januar ist kein schlechter Monat. Er ist Januar.

Bei Frost und Nässe wird kein Dach gedeckt. Die Gesellen sind trotzdem da, die Fahrzeuge stehen auf dem Hof, die Miete für die Halle läuft. In der Januar-BWA stehen darum fast volle Kosten und ein halber Umsatz.

Das ist keine Nachricht. Es ist Januar.

Zur Nachricht wird es, wenn das Steuerbüro die BWA mit der Spalte „Vormonat“ liefert. Dann sieht der Januar nach einem Einbruch aus, der März nach einer Erholung, der November nach einem Absturz. Das ganze Jahr lang ein Alarm, der nur die Jahreszeit meldet.

Monatsstreifen eines Dachdeckerjahres: zwölf Monatsbalken für den Umsatz, niedrig in Januar, Februar und Dezember, hoch von Mai bis Oktober, darüber eine fast gerade Linie für die festen Kosten, Januar und Februar rot eingekringelt mit der Randnotiz „Kosten laufen, Dach liegt still“. Umsatz je Monat JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez feste Kosten Kosten laufen, Dach liegt still

Die Spalte, die hilft, heißt „Vorjahr“ oder „Vorjahresmonat“. April gegen April. Und die kumulierte Spalte, Januar bis heute, die den Winter mit dem Rest des Jahres verrechnet.

April gegen April, nicht April gegen März.

Bei unserer Meisterin stehen Januar bis April mit 168.000 Euro Umsatz zwölf Prozent unter dem Vorjahr. Der Winter war nicht schlechter. Was fehlt, ist das Dach an der Hauptstraße, das im Vorjahr um diese Zeit schon abgerechnet gewesen wäre.

Die Ziegel stehen in der April-BWA, die Rechnung im Juni

Der Lieferant hat Ziegel, Lattung und Dämmung im April geliefert, mit der Rechnung. Das Steuerbüro bucht sie im April als Material. Der Gerüstbauer hat im März gestellt und im April abgerechnet. Das steht im April als Fremdleistung.

Die Schlussrechnung für das Dach schreibt die Meisterin im Juni.

In der April-BWA stehen also die Kosten eines halben Dachs und kein Euro Umsatz davon. Die Zeile, die das ausgleichen würde, heißt „Bestandsveränderung“, bei manchen Steuerbüros „unfertige Leistungen“. Viele buchen sie nur im Jahresabschluss, weil der Betrieb ihnen monatlich keine Zahl dazu liefert.

  1. Vorläufiges Ergebnis Januar bis April-11.000 EUR
  2. Material im halben Dach, schon gebucht28.000 EUR
  3. Gerüst im halben Dach, schon gebucht8.000 EUR
  4. Ergebnis mit gebuchter Bestandsveränderung25.000 EUR

Aus dem Verlust wird ein Plus, ohne dass sich im Betrieb etwas geändert hat. Nur die Zahl im Blatt hat sich geändert. Im Juni, mit der Schlussrechnung, kippt es in die andere Richtung: Dann steht der ganze Umsatz in einem Monat, und der Juni sieht besser aus, als er ist.

Der Abschlag ist auf dem Konto, aber nicht in der BWA

Die Meisterin hat im März eine Abschlagsrechnung geschrieben, 30.000 Euro, nach Gerüststellung und Abdecken. Der Bauherr hat im April bezahlt. Auf dem Konto ist das Geld.

In der April-BWA ist es nicht.

Die meisten Steuerbüros buchen Abschläge als „erhaltene Anzahlungen“. Das ist eine Verbindlichkeit, kein Umsatz, und sie steht in der Summen- und Saldenliste, nicht in der BWA. Der Umsatz kommt mit der Schlussrechnung, in einem Stück. Andere Büros buchen den Abschlag als Umsatz, dann zeigt die BWA ihn im März.

Zwei Blattausschnitte nebeneinander: links die April-BWA mit der Zeile Umsatzerlöse 41.000 und darunter Material-/Wareneinkauf 28.000 und Fremdleistungen 8.000, rechts die Summen- und Saldenliste mit der Zeile Erhaltene Anzahlungen 30.000, die rot eingekringelt ist, Randnotiz „nicht in der BWA“. April-BWA in EUR UmsatzerlöseMaterial-/WareneinkaufFremdleistungen 41.00028.0008.000 Summen- und Saldenliste, April BankErhaltene Anzahlungen 36.20030.000 nicht in der BWA

Beide Wege sind üblich. Sie führen nur zu verschiedenen Blättern: Im einen Fall ist das Ergebnis bis zur Schlussrechnung zu schlecht, im anderen schwankt es mit jedem Abschlag. Welcher Weg bei Ihnen gilt, steht nicht in der BWA, sondern im Kontenplan des Steuerbüros.

Wie weit Konto und Ergebnis auseinanderlaufen können, auch in die andere Richtung, zeigt Gewinn in der BWA, Konto leer.

Gerüst, Kran und Container stehen nicht beim Material

Beim Mehrfamilienhaus kommt das Gerüst vom Gerüstbauer, der Kran für die Dämmplatten vom Vermieter, der Container für die alten Ziegel vom Entsorger. Das ist kein Material. In der BWA heißt es „Fremdleistungen“, und wer es beim Material sucht, unterschätzt beides.

Die Richtsatzsammlung des Bundesfinanzministeriums nennt für Dachdeckerei einen Materialeinsatz von 32 bis 36 Prozent des Umsatzes, je nach Umsatzklasse, und zählt Werkleistungen fremder Unternehmen dort schon mit. Getrennt hat das Statistische Bundesamt für 2023 gezählt, bei Dachdecker- und Zimmererbetrieben ab 20 Beschäftigten: 35 Prozent Material und 17 Prozent Fremdleistungen. Für kleinere Betriebe gibt es diese Trennung nicht, die Zeile lohnt den Blick trotzdem.

Je größer der Betrieb und je mehr Steildach mit Gerüst, desto näher rückt die Summe beider Zeilen an die Hälfte des Umsatzes. Das ist weg, bevor die erste eigene Stunde bezahlt ist.

Was nach Material und Fremdleistungen bleibt, heißt in der BWA Rohertrag. Daraus wird alles andere bezahlt: die Gesellen, die Fahrzeuge, die Halle, die Berufsgenossenschaft, die Woche im Januar, in der niemand aufs Dach kann. Ihr Stundensatz beginnt bei dieser Zeile, nicht beim Lohn der Gesellen.

Das Finanzamt rechnet mit 17 Prozent, und die Spanne ist breit

Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht jedes Jahr die Richtsatzsammlung: amtliche Spannen für Rohgewinn und Reingewinn je Gewerk, gewonnen aus Betriebsprüfungen. Das Finanzamt verprobt damit, ob die Zahlen eines Betriebs plausibel sind. Für Dachdeckerei und Bauspenglerei gibt es zwei Umsatzklassen.

Streifen aus der Richtsatzsammlung 2025 für Dachdeckerei und Bauspenglerei: bis 300.000 Euro Umsatz Rohgewinn 68 Prozent und Reingewinn 30 Prozent mit der Spanne 12 bis 51, über 300.000 Euro Rohgewinn 64 und Reingewinn 17 mit der Spanne 5 bis 31, die 17 rot eingekringelt, Randnotiz „vor dem Lohn der Inhaberin“. Richtsatzsammlung 2025, Dachdeckerei und Bauspenglerei UmsatzRohgewinnReingewinnSpanne bis 300.000 EURüber 300.000 EUR 68 %30 %12–51 % 64 %17 %5–31 % vor dem Lohn der Inhaberin

Reingewinn heißt dort, was in der BWA ungefähr das vorläufige Ergebnis ist. Mit einer Besonderheit: Die Richtsätze unterstellen, dass die Inhaberin unentgeltlich mitarbeitet. Die 17 Prozent sind das, was ihr als Lohn, Altersvorsorge und Gewinn zusammen bleiben. Was davon nach einem Meisterlohn übrig ist, rechnet Ihr Betriebsergebnis ist Ihr Gehalt am Beispiel eines Dachdeckers vor.

Für unsere Meisterin heißt das: Die 17 Prozent sind eine Zahl für den Dezember, nach dem Abschluss. Im April sagt der Vergleich mit dem April des Vorjahres mehr als jede Richtsatztabelle.

Legen Sie den April neben den April

Erstens die Spalte neben Ihren Zahlen. Heißt sie „Vormonat“, lesen Sie die Jahreszeit. Heißt sie „Vorjahr“, lesen Sie den Betrieb. Wenn Ihr Steuerbüro beides liefert, zählt die zweite.

Zweitens die Zeile „Bestandsveränderung“. Steht sie auf null, und steht ein Gerüst vor einem Ihrer Dächer, dann fehlt der Ausgleich zwischen Material und Rechnung. Die Summe aus Material und Fremdleistungen in diesen Dächern ist die Zahl, die das Ergebnis zu schlecht macht.

Drittens „Material-/Wareneinkauf“ und „Fremdleistungen“, beide gegen die Spalte Vorjahr, in Prozent vom Umsatz. Wächst eine der beiden schneller als der Umsatz, ist das der Rohertrag, der fehlt.

Konstanze geht diese drei Stellen bei jeder BWA durch, die Sie hier ablegen, und fragt nach dem, was im Blatt nicht steht.

Häufige Fragen

Kennt Konstanze die Zahlen von Dachdeckerbetrieben?

Die Einordnung vergleicht Ihre BWA mit Ihrem eigenen Vorjahr, Zeile für Zeile. Die Richtsätze des Bundesfinanzministeriums und die Kostenstruktur des Statistischen Bundesamts stehen auf dieser Seite, damit Sie sie daneben legen können. Ein Branchenvergleich aus anonymisierten BWAs anderer Dachdeckerbetriebe ist der nächste Schritt und wird hier angekündigt.

Meine Winter-BWA zeigt einen Verlust. Woran sehe ich, ob das nur der Winter ist?

An der Spalte Vorjahr. Stand im Januar des Vorjahres ein ähnlicher Verlust, ist es der Winter. Stand dort ein kleinerer, lohnt der Blick auf Personalkosten und Bestandsveränderung: Entweder sind die festen Kosten gewachsen, oder es steckt mehr Material in angefangenen Dächern als damals. Wenn im Winter Saison-Kurzarbeitergeld geflossen ist, ist die Frage ans Steuerbüro, in welcher Zeile die Erstattung steht.

Mein Steuerbüro bucht Abschläge als Umsatz. Ist das ein Fehler?

Nein, beide Wege sind üblich. Als Umsatz gebucht, zeigt die BWA den Abschlag im Monat der Abschlagsrechnung, und das Ergebnis schwankt mit jedem Abschlag. Als erhaltene Anzahlung gebucht, kommt der ganze Umsatz mit der Schlussrechnung, und bis dahin ist das Ergebnis zu schlecht. Was zählt, ist zu wissen, welcher Weg bei Ihnen gilt, damit Sie die Zahl richtig lesen.

Das Gerüst gehört mir. Wo steht es in der BWA?

Dann steht es nicht bei den Fremdleistungen. Der Kauf steht als Anlagegut im Anlagevermögen und kommt als Abschreibung in die BWA, über mehrere Jahre verteilt. Reparatur und Prüfung stehen bei Instandhaltung oder Reparaturen. Sind die Abschreibungen unterjährig auf null, fehlt das eigene Gerüst in der BWA ganz, und das Ergebnis ist eher zu gut.

Was passiert mit meiner BWA?

Sie wird automatisiert in der EU verarbeitet. Das Original wird nach der Auswertung gelöscht. Gespeichert bleibt eine Fassung ohne Firmenname und mit verfremdeten Beträgen, für die Verbesserung des Dienstes und anonyme Branchenvergleiche. Welche Anbieter beteiligt sind, steht in der Datenschutzerklärung.

Was kostet das, und was kommt danach?

Nichts, ohne Konto und ohne Testphase, die abläuft. Die Auswertung steht nach etwa einer Minute, bleibt 24 Stunden unter ihrem Link erreichbar und lässt sich als PDF sichern.

BWA auswerten Kostenlos, ohne Konto.

Quellen

Alle abgerufen am 25.10.2026.