Konstanze

Fast die Hälfte ist Material. Was die BWA im SHK-Betrieb zeigt.

Kostenlos und ohne Konto. Konstanze liest die BWA Ihres Steuerbüros und sagt, was nach dem Material bleibt.

Kostenlos, ohne Konto. Das Ergebnis steht nach etwa einer Minute.

Ein Gliederheizkörper aus Papier mit zehn Gliedern, viereinhalb davon grau gefüllt und mit Bleistiftklammer als Material beschriftet, die 45 Prozent rot eingekringelt mit der Notiz „fast die Hälfte, bevor eine Stunde bezahlt ist“. Material 45 % fast die Hälfte, bevor eine Stunde bezahlt ist

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Was Konstanze in der BWA eines SHK-Betriebs liest

Die Materialquote, also Material-/Wareneinkauf geteilt durch Gesamtleistung. Bei Heizungs- und Sanitärbetrieben liegt sie im Mittel bei 45 Prozent, höher als bei Elektrikern, Malern oder Glasern. Zwei Punkte Verschiebung in dieser Zeile sind bei 800.000 Euro Umsatz 16.000 Euro. Konstanze liest sie gegen das Vorjahr.

Den Rohertrag gegen den Umsatz. Fehlt ein Heizungsauftrag, fällt der Umsatz, und der Rohertrag fällt weniger, weil das Gerät nicht gekauft wurde. Kommen Anlagen dazu, steigt der Umsatz, und der Rohertrag steigt langsamer. Konstanze sagt, welche der beiden Zahlen sich bewegt hat.

Die Personalquote. Drei von vier SHK-Betrieben haben weniger als zehn Leute, und ein Monteur mehr oder weniger verschiebt die Quote um mehrere Prozentpunkte.

Den Lohn des Inhabers. Beim Einzelunternehmen und bei der GbR steht er in keiner Zeile. Konstanze sagt das, bevor sie das Ergebnis einordnet.

Was unterjährig fehlt. Abschreibungen auf null, keine Bestandsveränderung bei der Anlage, die halb montiert im Keller des Kunden steht, das Lager nur zur Inventur bewertet: Dann ist das Ergebnis zu gut oder zu schlecht, und Konstanze sagt, in welche Richtung.

Dazu die Kennzahlen gegen das Vorjahr, sechs Sätze zur Lage und die Fragen für das nächste Gespräch mit dem Steuerbüro. Nach etwa einer Minute.

Ein Fünftel weniger Umsatz

März-BWA, Heizungsbauer, Einzelunternehmen: der Meister, vier Monteure, eine Bürokraft am Vormittag. Umsatz Januar bis März 210.000 Euro. Im Vorjahr standen da 260.000.

Minus 19 Prozent. Das vorläufige Ergebnis: 22.000 Euro, im Vorjahr fast das Doppelte.

Im Vorjahr liefen bis März sechs Wärmepumpen und zwei Gasthermen durch den Betrieb. In diesem Jahr vier Wärmepumpen. Zwei Kunden haben im Januar abgesagt, der eine wartet auf den Förderbescheid, der andere auf den Nachbarn, der erzählen soll, wie es bei ihm lief. Dafür hat der Winter den Kundendienst gefüllt: Störungen, Wartungen, Reparaturen an Kesseln, die noch ein Jahr durchhalten sollen.

Erster Gedanke: Das Jahr ist gelaufen.

Die BWA sagt etwas Genaueres.

Von 50.000 Euro weniger Umsatz fehlen 19.000

Bei einer Wärmepumpe verkauft der Betrieb das Gerät, den Pufferspeicher und die Hydraulik mit. Davon bleibt nichts im Betrieb, es geht an den Großhandel. Was bleibt, sind die Stunden.

Rechenstreifen für einen Wärmepumpenauftrag: Auftragssumme 30.000, minus Wärmepumpe, Pufferspeicher und Hydraulik 14.600, minus Rohre, Dämmung und Kleinmaterial 1.900, minus Elektroanschluss durch den Elektriker 2.500, unter dem Summenstrich bleiben 11.000 für die eigenen Stunden, rot eingekringelt, Randnotiz „37 % vom Auftrag“ in EUR Wärmepumpe, Auftragssumme Wärmepumpe, Puffer, Hydraulik Rohre, Dämmung, Kleinmaterial Elektroanschluss, Fremdleistung Bleibt für die eigenen Stunden 30.000 -14.600 -1.900 -2.500 11.000 37 % vom Auftrag

Von 30.000 Euro Auftrag bleiben 11.000 für Demontage, Montage, Inbetriebnahme und den hydraulischen Abgleich. In der BWA heißt das Rohertrag: Umsatz minus Material und Fremdleistungen. Fällt der Auftrag weg, fehlen dem Betrieb die 11.000, nicht die 30.000.

So liest sich die März-BWA. Der Umsatz ist um 50.000 Euro gefallen, die Zeile Material-/Wareneinkauf um 31.000.

Die 19.000 dazwischen fehlen im Rohertrag. Und sie fehlen eins zu eins im Ergebnis, weil Monteure, Fahrzeuge, Lager und Versicherung dieselben sind wie im Vorjahr und der Rohertrag sie zu tragen hat. Darum fällt das Ergebnis fast auf die Hälfte, während der Umsatz um ein Fünftel fällt.

Ein verlorener Auftrag kostet den Betrieb seinen Rohertrag, nicht seinen Umsatz.

Ein Monat Kundendienst lässt so viel im Betrieb wie eine Wärmepumpe

Eine Störung am Sonntag, die Wartung aus dem Vertrag, ein Eckventil, das tropft. Der Kundendienst verkauft Stunden und Anfahrt, dazu Ersatzteile. Das Material ist klein, die Rechnung auch.

Im Rechnungsprogramm des Meisters steht, was die BWA in einer Zeile zusammenfasst. Der Anlagenbau hat von Januar bis März 130.000 Euro gebracht, im Vorjahr 190.000.

Der Kundendienst 80.000, im Vorjahr 70.000. Zehntausend mehr, weil der Winter kalt war und zwei Wartungsverträge dazukamen.

Rechenstreifen für einen Monat Kundendienst: Rechnungen für Störungen, Wartungen und Reparaturen 14.000, minus Ersatzteile, Ventile und Kleinmaterial 3.000, unter dem Summenstrich bleiben 11.000 für die eigenen Stunden, mit rotem Strich und der Randnotiz „dieselben 11.000 wie bei der Wärmepumpe“ in EUR Kundendienst, ein Monat Ersatzteile, Ventile, Kleinmaterial Bleibt für die eigenen Stunden 14.000 -3.000 11.000 dieselben 11.000 wie bei der Wärmepumpe

Dieselben 11.000 Euro, die der Wärmepumpenauftrag im Betrieb lässt, erreicht der Kundendienst mit 14.000 Euro Umsatz. Der Anlagenbau braucht dafür mehr als das Doppelte.

Für die März-BWA heißt das: Der Kundendienst hat einen Teil des Winters getragen, und das Blatt zeigt es nicht, weil beide Zweige in derselben Zeile stehen.

  1. Anlagenbau, 60.000 EUR weniger Umsatz-27.000 EUR
  2. Kundendienst, 10.000 EUR mehr Umsatz+8.000 EUR
  3. Fehlt im Rohertrag-19.000 EUR

Das Lager und die Wärmepumpe im Hof stehen in keiner Zeile

Die Zeile Material-/Wareneinkauf zeigt, was der Großhandel in Rechnung gestellt hat. Nicht, was verbaut wurde.

Kommt im Februar die Wärmepumpe für den April, steht sie in der Februar-BWA als Material. Die Rechnung an den Kunden kommt im April. Zwei Monate lang sieht der Betrieb schlechter aus, als er ist, dann besser. Die Zeile, die das ausgleicht, heißt Bestandsveränderung, und viele Steuerbüros buchen sie nur im Jahresabschluss, weil ihnen monatlich keine Zahl dazu vorliegt.

Das Lager ist dasselbe in klein, jeden Monat. Fittings, Pumpen, Thermostatköpfe, die Ersatzteile für drei Kesselfabrikate: gekauft im Monat der Bestellung, verbaut irgendwann. Was das Regal wert ist, steht in der Bilanz unter Vorräte, einmal im Jahr nach der Inventur. In der BWA steht es nicht.

Auf dem Konto ist die Wärmepumpe vom Tag der Großhandelsrechnung an weg, bis der Kunde den Abschlag zahlt. Wie weit Ergebnis und Konto auseinanderlaufen können, zeigt Gewinn in der BWA, Konto leer.

Das Finanzamt erwartet 17 Prozent, vor Ihrem Lohn

Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht jedes Jahr die Richtsatzsammlung: amtliche Spannen für Rohgewinn und Reingewinn je Gewerk, gewonnen aus Betriebsprüfungen. Das Finanzamt verprobt damit, ob die Zahlen eines Betriebs plausibel sind. Für Heizung, Gas, Wasser und Klempnerei gibt es drei Umsatzklassen.

Streifen aus der Richtsatzsammlung 2025 für Heizung, Gas, Wasser, Klempnerei: bis 200.000 Euro Umsatz Rohgewinn 56 Prozent und Reingewinn 31 Prozent, 200.000 bis 600.000 Euro Rohgewinn 55 und Reingewinn 24, über 600.000 Euro Rohgewinn 54 und Reingewinn 17 mit der Spanne 6 bis 29, die 17 rot eingekringelt, Randnotiz „vor dem Lohn des Inhabers“ Richtsatzsammlung 2025 · Heizung, Gas, Wasser Umsatz Rohgewinn Reingewinn bis 200.000 200.000 bis 600.000 über 600.000 56 % 31 % 55 % 24 % 54 % 17 % (6 bis 29) vor dem Lohn des Inhabers

Rohgewinn 54 bis 56 Prozent heißt umgekehrt: Material 44 bis 46 Prozent vom Umsatz, in jeder Umsatzklasse. Größere Betriebe kaufen weniger selbst und vergeben mehr: Ab 20 Beschäftigten hat das Statistische Bundesamt für 2023 ein Material von 37 Prozent erhoben, dazu 16 Prozent Fremdleistungen.

Reingewinn ist ungefähr das vorläufige Ergebnis der BWA, mit einer Besonderheit: Die Richtsätze unterstellen, dass der Inhaber unentgeltlich mitarbeitet. Die 17 Prozent sind Lohn, Altersvorsorge und Gewinn des Meisters zusammen.

Ein Betriebsvergleich des Ludwig-Fröhler-Instituts für SHK-Betriebe in Bayern kommt auf dieselbe Lesart: Betriebsergebnis 16,6 Prozent, ausdrücklich vor den kalkulatorischen Kosten, zu denen der Unternehmerlohn gehört. Die Zahl ist von 2020 und beruht auf 21 Betrieben, eher ein Hinweis als ein Maßstab.

Nach dem Meisterlohn bleiben 4.000 Euro

Unser Meister macht im Jahr rund eine Million Umsatz, also Klasse über 600.000. Von Januar bis März lag sein Ergebnis im Vorjahr bei knapp 16 Prozent vom Umsatz, dieses Jahr bei gut 10. Beides in der Spanne.

Dann zieht er ab, was ein angestellter Meister an seiner Stelle kosten würde, als Annahme 6.000 Euro im Monat mit Arbeitgeberanteil.

  1. Vorläufiges Ergebnis Januar bis März22.000 EUR
  2. Meisterlohn, 3 Monate je 6.000 EUR-18.000 EUR
  3. Bleibt für den Betrieb4.000 EUR

Im Vorjahr blieben nach derselben Rechnung 23.000 Euro. Das ist die Zahl, über die der Meister im April mit seinem Steuerbüro spricht, nicht die 22.000 im Blatt. Warum der Lohn in keiner Zeile steht, erklärt Ihr Betriebsergebnis ist Ihr Gehalt.

Bei einer GmbH ist das Gehalt schon in den Personalkosten. Dort sind 2 Prozent nach dem Geschäftsführergehalt etwas anderes als 10 Prozent davor.

Die Materialzeile zuerst, das Ergebnis zuletzt

Erstens „Umsatzerlöse“ und „Material-/Wareneinkauf“, beide gegen die Spalte Vorjahr, in Euro. Ziehen Sie die kleinere Differenz von der größeren ab: Das ist der Rohertrag, der fehlt oder dazugekommen ist, und ungefähr das, was sich im Ergebnis bewegt.

Zweitens die Zeile „Bestandsveränderung“. Steht sie auf null, und steht eine Anlage halb montiert beim Kunden, dann fehlt der Ausgleich zwischen Material und Rechnung.

Drittens der Kopf der BWA. Steht dort e.K., GbR oder Ihr Name, fehlt Ihr Lohn in den Kosten. Ziehen Sie ihn vom vorläufigen Ergebnis ab, bevor Sie es neben die 17 Prozent legen.

Konstanze geht diese drei Zeilen bei jeder BWA durch, die Sie hier ablegen, und fragt nach dem, was im Blatt nicht steht: dem Lager, den Anlagen in Arbeit und Ihrem Lohn.

Häufige Fragen

Kennt Konstanze die Zahlen von SHK-Betrieben?

Die Einordnung vergleicht Ihre BWA mit Ihrem eigenen Vorjahr, Zeile für Zeile. Die Richtsätze des Bundesfinanzministeriums und die Kostenstruktur des Statistischen Bundesamts stehen auf dieser Seite, damit Sie sie daneben legen können. Ein Branchenvergleich aus anonymisierten BWAs anderer SHK-Betriebe ist der nächste Schritt und wird hier angekündigt.

Meine Wartungsverträge rechne ich im Januar für das ganze Jahr ab. Was macht das mit der BWA?

Der Umsatz steht im Januar, die Arbeit verteilt sich über zwölf Monate. Ohne Abgrenzung sieht der Januar zu gut aus und die anderen elf Monate zu schlecht, und der Vergleich mit dem Vorjahresmonat stimmt nur, wenn es im Vorjahr genauso lief. Ob Ihr Steuerbüro die Jahresbeiträge monatlich abgrenzt, ist eine Frage für das nächste Gespräch.

Wie kommt mein Lager in die BWA?

Gar nicht, bis zur Inventur. Die Zeile Material-/Wareneinkauf zeigt die Rechnungen des Großhandels in dem Monat, in dem sie gebucht werden, nicht den Verbrauch. Eine große Ersatzteilbestellung macht den Monat schlechter, als er war, und ein Monat, in dem Sie vom Regal leben, sieht besser aus. Der Wert des Lagers steht in der Bilanz unter Vorräte.

Die Förderung für die Wärmepumpe bekommt mein Kunde. Taucht sie bei mir auf?

Nein. Der Zuschuss geht an den Eigentümer, in Ihrer BWA steht nur Ihre Rechnung an ihn. Was Sie merken, ist das Konto: Zahlt der Kunde den Rest erst, wenn sein Geld da ist, haben Sie die Anlage so lange vorfinanziert. Die BWA zeigt davon nichts, und ihr Ergebnis ist trotzdem richtig.

Was passiert mit meiner BWA?

Sie wird automatisiert in der EU verarbeitet. Das Original wird nach der Auswertung gelöscht. Gespeichert bleibt eine Fassung ohne Firmenname und mit verfremdeten Beträgen, für die Verbesserung des Dienstes und anonyme Branchenvergleiche. Welche Anbieter beteiligt sind, steht in der Datenschutzerklärung.

Was kostet das, und was kommt danach?

Nichts, ohne Konto und ohne Testphase, die abläuft. Die Auswertung steht nach etwa einer Minute, bleibt 24 Stunden unter ihrem Link erreichbar und lässt sich als PDF sichern.

BWA auswerten Kostenlos, ohne Konto.

Quellen

Alle abgerufen am 25.10.2026.