Konstanze

Was die BWA Ihres Elektrobetriebs zeigt. Und was nicht.

Kostenlos und ohne Konto. Konstanze liest die BWA Ihres Steuerbüros wie ein Betriebsberater, der Elektrobetriebe kennt.

Kostenlos, ohne Konto. Das Ergebnis steht nach etwa einer Minute.

Ein Sicherungskasten aus Papier mit Leitungsschutzschaltern auf einer Hutschiene, beschriftet Material, Fremdleistungen und Personal. Der vierte Platz auf der Schiene ist leer und rot eingekringelt mit der Notiz „Ihr Lohn?“. Material Fremdleistungen Personal Ihr Lohn?

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Was Konstanze in der BWA eines Elektrobetriebs liest

Material und Fremdleistungen, getrennt. Beides geht vom Umsatz ab, bevor der Rohertrag entsteht, aber es sind zwei Fragen: Was kosten Module, Speicher und Kabel, und was kostet der Subunternehmer auf dem Dach? Konstanze liest beide Zeilen gegen das Vorjahr und sagt, welche aus der Reihe läuft.

Die Personalquote, also Personalkosten geteilt durch Gesamtleistung. Drei von vier Elektrobetrieben haben weniger als zehn Leute, und jede neue Stelle verschiebt die Quote um mehrere Prozentpunkte.

Der Lohn des Inhabers. Beim Einzelunternehmen und bei der GbR steht er in keiner Zeile. Konstanze sagt das, bevor sie das Ergebnis einordnet.

Was unterjährig fehlt. Abschreibungen auf null, Zinsen auf null, keine Bestandsveränderung bei halbfertigen Anlagen: Dann ist das Ergebnis eher zu gut, und Konstanze sagt, um wie viel.

Dazu die Kennzahlen gegen das Vorjahr, sechs Sätze zur Lage und die Fragen für das nächste Gespräch mit dem Steuerbüro. Nach etwa einer Minute.

Mehr Umsatz, gleiches Ergebnis

September-BWA, Elektrobetrieb, Einzelunternehmen: der Meister, drei Gesellen, ein Azubi. Umsatz Januar bis September 480.000 Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das vorläufige Ergebnis: 91.000 Euro, fast auf den Euro der Wert des Vorjahres.

Erster Gedanke: Wo ist das Geld geblieben?

In diesem Jahr kamen die ersten PV-Anlagen mit Speicher dazu, zwei Wallboxen im Monat, die Elektrik für drei Wärmepumpen. Große Aufträge, großer Umsatz. Die BWA zeigt, was davon im Betrieb hängen bleibt.

Eine PV-Anlage ist zur Hälfte Material

Bei Installationsarbeit verkauft der Betrieb vor allem Stunden. Bei einer PV-Anlage verkauft er Module, Speicher und Wechselrichter mit, und die kauft er vorher ein.

Die Richtsatzsammlung des Bundesfinanzministeriums nennt für Elektroinstallationsbetriebe einen Materialanteil von 32 bis 37 Prozent des Umsatzes, je nach Umsatzklasse. Das ist der Durchschnitt über alle Aufträge. Ein PV-Auftrag liegt darüber.

Rechenstreifen für einen PV-Auftrag: Auftragssumme 24.000, minus Module, Speicher, Wechselrichter und Kleinmaterial 13.200, minus Subunternehmer für die Dachmontage 3.600, unter dem Summenstrich bleiben 7.200 für die eigenen Stunden, rot eingekringelt, Randnotiz „30 % vom Auftrag“ in EUR PV-Anlage mit Speicher Module, Speicher, Wechselrichter Subunternehmer Dachmontage Bleibt für die eigenen Stunden 24.000 -13.200 -3.600 7.200 30 % vom Auftrag

Von 24.000 Euro Umsatz bleiben 7.200 für Planung, Anmeldung, Zählerschrank und Anschluss. Das ist der Rohertrag dieses Auftrags, 30 Prozent. Bei einer Zählerschrank-Erneuerung ist der Materialanteil klein, und vom selben Umsatz bleibt deutlich mehr im Betrieb.

Wächst der Umsatz vor allem mit solchen Aufträgen, wächst die Materialquote mit. In der September-BWA unseres Meisters steht Material-/Wareneinkauf plus 28 Prozent bei Umsatz plus 15. Der Rohertrag, also Umsatz minus Material und Fremdleistungen, ist kaum gewachsen.

Mehr Umsatz mit Modulen hebt die Materialquote, nicht den Rohertrag.

Das Material steht im Juli, die Rechnung im Oktober

Module und Speicher kommen im Juli, der Betrieb bezahlt sie im August, die Anlage geht im September ans Netz, die Schlussrechnung geht im Oktober raus.

In der Juli-BWA steht das Material, in der Oktober-BWA der Umsatz. Dazwischen sieht der Betrieb drei Monate lang schlechter aus, als er ist. Im Oktober besser.

Die Zeile, die das ausgleicht, heißt „Bestandsveränderung“, bei manchen Steuerbüros „unfertige Leistungen“. Viele buchen sie nur im Jahresabschluss, weil der Betrieb ihnen monatlich keine Zahl dazu liefert.

Zwei Monatsblätter nebeneinander: links Juli mit der Zeile Material-/Wareneinkauf 13.200 und Umsatz 0, rechts Oktober mit Umsatzerlöse 24.000 und Material 0, dazwischen die Zeile Bestandsveränderung mit 0, rot eingekringelt, Randnotiz „drei Monate Lücke“ Juli Umsatzerlöse Material-/ Wareneinkauf 0 13.200 Oktober Umsatzerlöse Material-/ Wareneinkauf 24.000 0 Bestandsveränderung 0 drei Monate Lücke

Auf dem Konto sieht es anders aus. Dort fehlt das Geld für Module und Speicher sofort, und es kommt zurück, wenn der Kunde den Abschlag zahlt. Wie weit Ergebnis und Konto auseinanderlaufen können, zeigt Gewinn in der BWA, Konto leer.

Der Subunternehmer steht in einer eigenen Zeile

Die Dachmontage macht ein Dachdecker mit eigenem Gerüst, den Graben für die Wallbox ein Tiefbauer. Das sind keine Materialkosten. In der BWA heißen sie „Fremdleistungen“ und stehen in einer eigenen Zeile.

Bei Elektrobetrieben ab 20 Beschäftigten machen Fremdleistungen 17 Prozent des Umsatzes aus, neben 33 Prozent Material. Das hat das Statistische Bundesamt für 2023 erhoben. Für kleinere Betriebe gibt es diese Zahl nicht, die Zeile lohnt den Blick trotzdem.

Wachsen die Fremdleistungen schneller als der Umsatz, hat das zwei naheliegende Gründe: Die eigenen Leute sind ausgelastet, oder es fehlt eine Stelle. Beides steht nicht in der BWA.

Die eigenen Stunden stehen in „Personalkosten“. Sie müssen alles tragen, was kein Material und kein Subunternehmer ist: Fahrzeuge, Lager, Versicherungen, Büro, Fahrzeit und die Stunde, die auf keiner Rechnung steht. Wie viele Stunden Ihr Betrieb im Monat bezahlt und wie viele davon auf Rechnungen stehen, weiß die BWA nicht. Ihr Stundensatz beginnt bei dieser Lücke.

Das Finanzamt erwartet 19 Prozent, vor Ihrem Lohn

Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht jedes Jahr die Richtsatzsammlung: amtliche Spannen für Rohgewinn und Reingewinn je Gewerk, gewonnen aus Betriebsprüfungen. Das Finanzamt verprobt damit, ob die Zahlen eines Betriebs plausibel sind. Für Elektroinstallation gibt es drei Umsatzklassen.

Streifen aus der Richtsatzsammlung 2025 für Elektroinstallation: bis 200.000 Euro Umsatz Rohgewinn 68 Prozent und Reingewinn 37 Prozent, 200.000 bis 400.000 Euro Rohgewinn 65 und Reingewinn 27, über 400.000 Euro Rohgewinn 63 und Reingewinn 19 mit der Spanne 7 bis 31, die 19 rot eingekringelt, Randnotiz „vor dem Lohn des Inhabers“ Richtsatzsammlung 2025, Elektroinstallation Umsatz Rohgewinn Reingewinn bis 200.000 200.000 bis 400.000 über 400.000 68 % 37 % 65 % 27 % 63 % 19 % 7 bis 31 vor dem Lohn des Inhabers

Reingewinn heißt dort, was in der BWA ungefähr das vorläufige Ergebnis ist. Mit einer Besonderheit: Die Richtsätze unterstellen, dass der Inhaber unentgeltlich mitarbeitet. Die 19 Prozent sind das, was dem Meister als Lohn, Altersvorsorge und Gewinn zusammen bleiben.

Unser Meister liegt mit 91.000 Euro bei 19 Prozent von 480.000. Genau die Mitte. Dann zieht er ab, was ein angestellter Meister an seiner Stelle kosten würde, als Annahme 6.000 Euro im Monat mit Arbeitgeberanteil.

  1. Vorläufiges Ergebnis Januar bis September91.000 EUR
  2. Meisterlohn, 9 Monate je 6.000 EUR-54.000 EUR
  3. Bleibt für den Betrieb37.000 EUR

37.000 Euro sind 7,7 Prozent des Umsatzes. Im Vorjahr, bei weniger Umsatz und gleichem Ergebnis, waren es 8,9 Prozent. Der Betrieb ist gewachsen, und je Euro Umsatz verdient er weniger. Warum der Lohn in keiner Zeile steht, erklärt Ihr Betriebsergebnis ist Ihr Gehalt.

Bei einer GmbH ist das Gehalt schon in den Personalkosten. Dort sind 8 Prozent nach dem Geschäftsführergehalt etwas anderes als 19 Prozent davor.

Drei Zeilen in Ihrer eigenen BWA

Erstens „Material-/Wareneinkauf“ und „Fremdleistungen“, beide gegen die Spalte Vorjahr, in Prozent vom Umsatz. Wächst eine der beiden schneller als der Umsatz, ist das der Rohertrag, der fehlt.

Zweitens die Zeile „Bestandsveränderung“. Steht sie auf null, und sind Anlagen in Arbeit, dann fehlt der Ausgleich zwischen Material und Rechnung.

Drittens der Kopf der BWA. Steht dort e.K., GbR oder Ihr Name, fehlt Ihr Lohn in den Kosten. Ziehen Sie ihn vom vorläufigen Ergebnis ab, bevor Sie es neben die 19 Prozent legen.

Konstanze geht diese drei Zeilen bei jeder BWA durch, die Sie hier ablegen, und fragt nach dem, was im Blatt nicht steht.

Häufige Fragen

Kennt Konstanze die Zahlen von Elektrobetrieben?

Die Einordnung vergleicht Ihre BWA mit Ihrem eigenen Vorjahr, Zeile für Zeile. Die Richtsätze des Bundesfinanzministeriums und die Kostenstruktur des Statistischen Bundesamts stehen auf dieser Seite, damit Sie sie daneben legen können. Ein Branchenvergleich aus anonymisierten BWAs anderer Elektrobetriebe ist der nächste Schritt und wird hier angekündigt.

Wie stehen Abschlagsrechnungen für eine PV-Anlage in der BWA?

Das hängt davon ab, wie Ihr Steuerbüro bucht. Als erhaltene Anzahlung steht der Abschlag nicht in der BWA, nur in der Summen- und Saldenliste, und der Umsatz kommt mit der Schlussrechnung. Wird er als Umsatz gebucht, zeigt die BWA ihn im Monat der Abschlagsrechnung. Welche Variante bei Ihnen gilt, ist eine Frage für das nächste Gespräch mit dem Steuerbüro.

Ich habe eine GmbH. Gilt das mit dem Meisterlohn auch für mich?

Nein. Bei der GmbH steht Ihr Gehalt als Geschäftsführer in den Personalkosten, bevor das Ergebnis entsteht. Dafür ist die Personalquote höher als beim Einzelunternehmen nebenan. Vergleichbar werden beide erst, wenn beim Einzelunternehmen der Lohn abgezogen ist.

Was passiert mit meiner BWA?

Sie wird automatisiert in der EU verarbeitet. Das Original wird nach der Auswertung gelöscht. Gespeichert bleibt eine Fassung ohne Firmenname und mit verfremdeten Beträgen, für die Verbesserung des Dienstes und anonyme Branchenvergleiche. Welche Anbieter beteiligt sind, steht in der Datenschutzerklärung.

Was kostet das, und was kommt danach?

Nichts, ohne Konto und ohne Testphase, die abläuft. Die Auswertung steht nach etwa einer Minute, bleibt 24 Stunden unter ihrem Link erreichbar und lässt sich als PDF sichern.

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Quellen

Alle abgerufen am 25.10.2026.